Jahresbericht 2025 der Freunde der Sammlungen Reinhart, Briner und Kern

Im vergangenen Jahr durften wir im Rahmen zahlreicher Veranstaltungen vielfältige und bereichernde Eindrücke mitnehmen sowie den persönlichen Austausch unter unseren Mitgliedern pflegen. Das Vereinsjahr startete im Februar mit der exklusiven Vorbesichtigung des neugestalteten Kunst Museum Winterthur | Reinhart am Stadtgarten; Einleuchten, Wiedereröffnung mit Meisterwerken von Friedrich bis Hodler. Das umgebaute Foyer der Berliner Architektin Heike Hanada mit den Interventionen von Koenraad Dedobbeleer fand grossen Zuspruch und Begeisterung. An der Mitgliederversammlung im April fanden sämtliche Traktanden breite Zustimmung, was das Vertrauen und die Verbundenheit unserer Mitglieder mit dem Verein zeigt. Zu den herausragenden Ereignissen des Jahres 2025 zählte die im Mai eröffnete umfassende Ausstellung Félix Vallotton: Illusions perdues, die weit über die Region hinaus grosse Beachtung fand und national wie international auf reges Interesse stiess. Die Ausstellung sowie die begleitenden Veranstaltungen für unsere Mitglieder werden uns in bester Erinnerung bleiben.
Weitere spannende Führungen und Vorträge bereicherten das Vereinsjahr zusätzlich. Besonders hervorzuheben sind der kurzweilige Vortrag mit Apéro von Dr. Margrit Joelson zum Thema Fisch in niederländischen Stillleben sowie die Kuratorenführungen, darunter durch die Ausstellung Nikolaus Stoecklin – Liselotte Moser – Louisa Gagliardi: Reflexionen aus dem beständigen Leben und die Ausstellung Conrad Meyer – Pionier des Schweizer Barock. Neben den Anlässen im Museum bot das Jahresprogramm auch Einblicke hinter die Kulissen: Im Mai besuchten wir das Depot und das Restaurierungsatelier des Kunst Museum Winterthur.
Im Juni folgte dann ein Besuch im Schweizerischen Institut für Kunstwissenschaft (SIK-ISEA) in Zürich. In der Villa Bleuler, einem bedeutenden Bauwerk und Sitz des Instituts, führte Direktor Roger Fayet durch die Villa, die Bibliothek sowie das hochmoderne Restaurierungsatelier. Ein Apéro auf der Terrasse mit Blick in den Park rundete den Anlass stimmungsvoll ab.
Ein weiterer Höhepunkt war der Tagesausflug in das Musée cantonal des Beaux-Arts im Oktober. Eine kunstinteressierte Gruppe fand sich in Lausanne zwecks Besuchs der Ausstellung Vallotton Forever ein, wo die Gruppe in den Genuss einer sehr lebendigen, kompetenten und ausführlichen Führung durch die umfassende Ausstellung mit rund 250 Werken des Künstlers und einem besonderen Fokus auf die Graphik kam.
Der Besuch in der Kunstgalerie unseres Vorstandmitglieds Michel Cuendet in Elgg mit dem Fokus auf Schweizer Kunst des 19. Jahrhunderts rundete das Jahr ab.

Wie in den vergangenen Jahren unterstützten die Freunde auch 2025 das Kunst Museum Winterthur und leisteten einen wertvollen Beitrag zu den Ausstellungen Einleuchten: Wiedereröffnung mit Meisterwerken von Friedrich bis Hodler, Nikolaus Stoecklin – Liselotte Moser – Louisa Gagliardi: Reflexionen aus dem beständigen Leben und zu Pierre-Louis Bouvier et ses amis, dem Genfer Miniaturisten, einer der renommiertesten Künstler seines Fachs und begnadeten Porträtisten seiner Zeit.
Die Freunde schenkten dem Kunstverein zudem zwei Bilder: Barthelemy Menns (1815–1893) Paysage lacustre und Firmin Massots (1766–1849) Herrenporträt. Der Genfer Barthélemy Menn gehört zu den bedeutendsten Schweizer Landschaftsmalern des 19. Jahrhunderts. Sein Verständnis für das Unspektakuläre in der Natur, wie auch die malerische Qualität von Menns Kunst faszinierten den Winterthurer Sammler Oskar Reinhart. Geradezu perfekt fügt sich diese lichtdurchflutete Seelandschaft in die Sammlung ein. Firmin Massot gehört zu den bedeutendsten Vertretern der sogenannten Genfer Schule. Er schuf vorwiegend Porträts der Genfer Obrigkeit und von ihren Familien wie auch von Ausländern in Genf. Beim vorliegenden Porträt eines unbekannten eleganten Herrn handelt es sich um ein typisches Bespiel seiner Porträtmeisterschaft. Wir danken unseren Mitgliedern herzlich für ihr Engagement und ihre Treue.

Madeleine Ducret, Präsidentin