Jahresbericht 2024

Das Vereinsjahr startete im Februar mit einer zweitägigen Kunst- und Kulturreise
nach München zur Ausstellung William Turner im Lenbachhaus mit bedeutenden
Werken aus allen Schaffensperioden. Am zweiten Tag besuchten wir am Vormittag
die Alte Pinakothek und als krönenden Abschluss die renommierte Rahmenwerkstatt
Pfefferle, die von Oskar Reinhart hochgeschätzt war. Selbstverständlich wurde auch
für Mahlzeiten mit bayerischen Spezialitäten gesorgt.
Im März folgte nach langer Umbauzeit die Eröffnung der Villa Flora, ein Juwel in
der Winterthurer Museumslandschaft. Die Ausstellung Bienvenue! Meisterwerke von
Cézanne, van Gogh und Manet zurück in Winterthur und die privaten Führungen für
die Mitglieder stiessen auf grosses Interesse und Begeisterung.
Im Juni bot sich den Mitgliedern die seltene Gelegenheit zur Besichtigung der
privaten Badeanlage von Oscar Reinhart am Römerholz mit anschliessenden Apéro
im Garten. Die Badeanlage mit ihren wunderbaren Mosaiken, die Architektur des
Gebäudes mit ihrer Kunst und die Turnhalle mit ihren originalen Geräten liessen
alle staunen.
Im September führte uns Ferdinand Knecht durch seine Sammlung flämischer und
niederländischer Kabinettstücke im Kunsthaus Zürich. Nach einem gemeinsamen
Mittagessen empfing uns Cyril Koller beim Auktionshaus Koller AG in Zürich, der
mit seinen Kolleginnen uns Raritäten und Kunstwerke aus der kommenden Auktion
zeigte.
Das Vereinsjahr wurde mit einem Apéro und Vortrag im Club zu Geduld
abgerundet. Über das Jahr fanden auch zahlreiche interessante Vorträge und
Führungen zu spezifischen Themen und Ausstellungen in- und ausserhalb von
Winterthur statt. Die Anlässe waren immer geprägt von regem und fröhlichem
Austausch und Gesprächen mit alten und neuen Bekannten.

Jahresbericht 2020

Die Freunde der Sammlungen Reinhart, Briner und Kern unterstützten das Kunst Museum Winterthur in seiner Beschäftigung mit alter Kunst auch im Jahr 2020: Es flossen Beiträge an drei Ausstellungen im Reinhart am Stadtgarten – Carl Spitzweg 10000 Fr., Adriaen van Ostade und Modernité je 5000 Fr.

Führungen und Reisen, die inhaltlich im Zusammenhang mit den Sammlungen Reinhart, Briner und Kern stehen, waren geplant, fielen aber weitgehend Corona zum Opfer.

Günstig, da im Freien, war die gut besuchte Führung Vita somnium breve mit Jürg Hablützel auf dem Friedhof Rosenberg in Winterthur.

Erstmals in der Vereinsgeschichte wurden auch Ankäufe getätigt, die dem Kunstverein geschenkt wurden: eine Ölstudie des jungen Carl Spitzweg und zwei Miniaturen des Westschweizer Malers Pierre-Louis Bouvier.

Gespannt blickte man dem Wettbewerb zur Neugestaltung der Eingangshalle im Reinhart am Stadtgarten entgegen und freute sich dann umso mehr über die professionelle und transparente Projektierung der Stadt:

Leonhard Zeugheers Knabengymnasium zeugt von dessen Beherrschung der Proportion und Formensprache und seinem Gespür für Materialität. Es galt also, ein klassisches Haus mit klassischem Inhalt zu ergänzen und visuell zu erweitern und gleichzeitig eine Verbindung zwischen der Altstadt und dem Stadtgarten hin zum Kunstmuseum herzustellen – all dies unter Einhaltung brandschutztechnischer und denkmalpflegerischer Vorgaben.

Das Siegerprojekt von Ayşe Erkmen und Heike Hanada laboratory of art and architecture, Berlin, überzeugt mit minimalistischen künstlerischen Eingriffen, die sich mit der alten Bausubstanz harmonisch verbinden. Klar gegliederte Treppenskulpturen, die durch den stadtseitigen Portikus ins Gebäude und wieder hinaus in den Stadtpark führen, werden durch skulpturale Gliederungselemente und rechteckige Beleuchtungskörper in der Eingangshalle subtil ergänzt. Als Gegenspiel verleihen Natursteinintarsien als geschwungene Kreissegmente im Boden Leichtigkeit und Eleganz. Kunst und Architektur verbinden sich so zu einem sinnstiftenden Ganzen und setzen die alte Kunst und den ehrwürdigen Bau in ein neues Licht.

Noch offen bleiben Ausführungen zur Akustik und zur Möblierung der Eingangshalle. Diese werden aber bei der weiteren Bearbeitung berücksichtigt, so dass trotz strenger Eleganz des Raumes auch Wohlbefinden aufkommen kann.

Der Vorstand der Freunde der Sammlungen Reinhart, Briner und Kern blickt der Konkretisierung dieser Gestaltungsidee wohlwollend entgegen und dankt seinen Mitgliedern für ihre Unterstützung und Treue.

 

Im Namen des Vorstandes : Sonja Remensberger, Präsidentin

 

Carl Spitzweg, Geröllstudie, um 1832–1835