Im Einsatz für die Freunde der Sammlungen Reinhart, Briner und Kern: Dr. Margrit Joelson

Portrait Margrit Joelson

Die Freunde der Sammlungen Reinhart, Briner und Kern fühlen sich mit den Sammlungen der Stiftung Oskar Reinhart und der ehemaligen Stiftung Jakob Briner sowie der Miniaturensammlung Emil S. Kern verbunden. Sie unterstützen das Haus Reinhart am Stadtgarten, das seit 2017 dem Kunst Museum Winterthur angehört, sowohl ideell als auch finanziell.

Dr. Margrit Joelson bereitet seit 2015 für die Freunde der Sammlungen Reinhart, Briner und Kern «Themenapéros». Ausgehend von einzelnen Bildern hält sie seit einiger Zeit auch kulturhistorische Vorträge. Wie es zu den Apéros gekommen ist, erklärt sie am besten selbst:

«In der Schweiz gibt es eine schöne Apéro-Tradition, die Mensch, Genuss und Geselligkeit zusammenbringen soll. Früher hat man sich mit Salznüssli und Chips bekleckert, heute sind «gesündere» Varianten üblich. Ich habe schon immer gerne gekocht, zubereitet und serviert und für verschiedene Vereine und Institutionen Apéros vorbereitet. Da habe ich gelernt, dass die Arbeitszeit am kostenintensivsten ist. Es war im Juni 2015, eine Veranstaltung zum Geburtstag Oskar Reinharts stand bevor und die Frage tauchte auf, was die Freunde servieren sollten. Aus den Tagebüchern Oskar Reinharts waren seine Lieblingsspeisen bekannt, das «Was» war klar. Nun zum «Wie?»: Mein Vorschlag war, dass wir alle Zutaten einkaufen und dass ich den Apéro zubereite. Der Themenapéro war geboren. Mir macht es Spass, Speisen vorzubereiten, die das Thema der Ausstellung, der Führung oder des Vortrages aufnehmen: so sind viele tolle Gespräche und Freundschaften entstanden, manchmal auch gerunzelte Stirnen bei ganz unbekannten Kreationen. Oft werde ich gefragt, warum ich das unentgeltlich mache: wie gesagt, es bereitet mir Freude, aber das ist nicht der ganze Hintergrund. Meine Eltern kamen nach dem Zweiten Weltkrieg aus Österreich in die Schweiz; wir waren arm. Meine ersten Erinnerungen an Winterthur waren die Museen und die Konzerte, wenn der Eintritt frei war. Sobald ich lesen konnte, suchte ich die Stadtbibliothek heim, jeden Samstag schleppte ich die Maximalzahl erlaubter Bücher nach Hause und erwarb mir so eine Allgemeinbildung, die mir Schule und Studium ermöglichte. Ich war aber kein «Nerd», ich spielte leidenschaftlich Fussball, amtete als Linien- und Schiedsrichter und liess kein Spiel des FCW aus. Die Gesellschaft hat mir sehr viel gegeben, ich möchte zurückgeben.»

Dr. Margrit Joelson

 

Dr. Margrit Joelsons Lieblingsbild im Kunst Museum Winterthur | Reinhart am Stadtgarten ist Titanias Erwachen von Johann Heinrich Füssli:

«Shakespeares Sommernachtstraum ist eine meiner Lieblingslektüren; es wird mir nie langweilig immer wieder darin zu blättern und meine Vorstellungen, die beim Lesen entstehen, in Füsslis Bild zu suchen. Einen Füssli-Apéro gab es noch nicht. Da kämen gewiss englische Spezialitäten und Sachen aus der Shakespeareianischen Küche, wohl auch Guiness und vielleicht etwas mit Sachen aus dem Wald (Waldbeeren, Pilze…) bzw. dem Sommernachtstraum.»

Titanias Erwachen von Johann Heinrich Füssli

Rekordzahlen – Die Erwartungen werden übertroffen

Erwartungen wurden übertroffen
Erwartungen wurden übertroffen

«Hodler, Anker, Giacometti – Meisterwerke aus der Sammlung Blocher» beschert dem Museum Oskar Reinhart Rekordzahlen. Damit hätte Direktor Marc Fehlmann nicht gerechnet.(…) Ja, wir haben eigens einen Telefondienst eingerichtet, um Führungen zu buchen, und wir haben das Angebot unserer Gruppenführungen um 30 Prozent erhöht, allerdings ist bis Weihnachten schon alles ausverkauft und im Januar hat es nur noch wenige freie Termine.(…)

Was halten Sie von der Idee, die Namen in «Neues Museum» zu ändern? 

(…) Es wäre ein Zeichen von nicht zu überbietender Dummheit und Provinzialität seitens der Entscheidungsträger, wenn sie eine solche Marke gegen die nichtssagende Bezeichnung «Neues Museum» austauschen würden. Man kann einen operativen Zusammenschluss auch bewerkstelligen, ohne den Namen des Museums zu eliminieren, das zeigen die erfolgreichen Beispiele in München oder Berlin.

Interview: Salome Kern Stadtanzeiger vom 10. November 2015

Lieber mit einem Feuerwerk untergehen, als leise zu sterben.

fehlmann morAnker zum Abschied

Marc Fehlmann ist zum Direktor des Deutschen Historischen Mu­seums in Berlin gewählt worden.

Bevor er sein Amt antritt, sorgt er in der Schweiz noch einmal für Furore:

Er bringt Christoph Blochers Sammlung ins Winterthurer Reinhart-Museum. Von Rico Bandle und Noë Flum (Bild)

Zum Lesen des Artikels der Weltwoche Nr. 40.15 klicken Sie bitte auf das Bild rechts.

Fluchtgut II – Zwischen Fairness und Gerechtigkeit für Nachkommen und heutige Besitzer

Fluchtgut - Von Geld, Geist und Verantwortung
Fluchtgut – Von Geld, Geist und Verantwortung

[…] Hochkarätig besetzt mit internationalen Referentinnen und Referenten, viel Publikum: Das Museum Oskar Reinhart lud ein zur Tagung «Fluchtgut II: Zwischen Fairness und Gerechtigkeit für Nachkommen und heutige Besitzer». Schon die erste Fluchtgut-Tagung war ein grosser Erfolg – dass an der zweiten noch mehr Fachleute aus der Welt der Kunst, des Rechts, der Wirtschaft etc. den Weg ins Winterthurer Museum Oskar Reinhart fanden, bestätigt ihn erneut.

Es waren gestern so viele, dass die Übertragung in einen Nebensaal nötig wurde. Die Referate waren ebenso anregend, wie die Stimmung angeregt war. Schön, dass die Vorträge auch diesmal wieder in Buchform erscheinen – die Texte der ersten Tagung sind soeben in einem 174-seitigen Band bei Stämpfli herausgekommen (64 Fr.). […]

(erschienen im Landbote vom 01.09.2015. Angelika Maass)

 

Stiftung Oskar Reinhart gibt ein Pastell zurück

"Dame mit roter Bluse" Pastell von Adolph Menzel
„Dame mit roter Bluse“ Pastell von Adolph Menzel

Die Stiftung Oskar Reinhart in Winterthur hat den Erben des Berliner Verlegers Rudolf Mosse (1843–1920) eine Pastell-Zeichnung von Adolph Menzel aus ihrem Bestand übergeben.

Das Blatt wurde Erna Felicia und Hans Lachmann-Mosse, Mosses Tochter und Schwiegersohn, kurz nach der nationalsozialistischen Machtübernahme in Deutschland 1933 widerrechtlich entzogen.

Beim übergebenen Werk handelt sich um das Blatt „Dame mit roter Bluse“ (Kostümstudie, Menzels Schwester Emilie), Pastell auf ehemals blauem, heute gebräuntem Papier, 21/22 x 28.5/29 cm; Inv. Nr. 545. Da die Werke im Besitz der Stiftung Oskar Reinhart unveräusserlich sind, hat die Stiftung diese Zeichnung keiner Bewertung unterzogen.

Oskar Reinhart hat das Blatt 1934 vom Kunsthändler Fritz Nathan in München erworben, mit dem er seit 1928 in regelmässigem Kontakt stand und dem er 1936 zur Flucht in die Schweiz verhalf. Er bezahlte mit 3’632 Schweizer Franken einen Preis, der für hochwertige Zeichnungen Menzels damals üblich war.

1940 hat Oskar Reinhart das Werk in die Stiftung eingebracht, die er gründete, um seinen Kunstbesitz der Öffentlichkeit zu erhalten. Menzels Pastellstudie wurde in der Ausstellung gezeigt, die 1993–1995 Werke der Stiftung Oskar Reinhart nach Berlin, New York, Los Angeles, London und Genf brachte. Das Blatt war unter Nr. 67 ausgestellt und wurde in den begleitenden Publikationen beschrieben und abgebildet. Ausserdem wurde das Pastell in Rolf Hochhuth, Menzel. Maler des Lichts, Frankfurt a. M./ Leipzig 1991, S. 80 abgebildet.

Das 2012 ins Leben gerufene Mosse Art Restitution Project hat die Umstände erhellt, die zum Konkurs des Verlagshauses Mosse sowie zur Beschlagnahmung der Sammlung und 1934 zur öffentlichen Versteigerung der Werke in Berlin führten, nachdem die Nachkommen Mosses aus Deutschland geflohen waren. Aufgrund dieser neuen Erkenntnisse hat der Stiftungsrat der Stiftung Oskar Reinhart die Erben der damals enteigneten Besitzer kontaktiert und ihnen angeboten, das Blatt zu übergeben.

Es ist nachgewiesen, dass Oskar Reinhart Angebote mit unklarer Provenienz in den 1930er Jahren strikte mied.

Der Stiftungsrat ist überzeugt, im Sinne des Stifters zu handeln, wenn er sich von einem Werk trennt, von dem aus heutiger Sicht anzunehmen ist, dass Reinhart es nicht erworben hätte, wenn ihm die genauen Umstände der Veräusserung bekannt gewesen wären. Dementsprechend erfolgte die Übergabe des Menzel-Pastells an die Erben Mosse (d.h. an die Mosse Foundation, University of Wisconsin Foundation, Joy Mosse) aus freiem Ermessen.

Die Sammlung der Stiftung Oskar Reinhart umfasst rund 640 Gemälde und Skulpturen sowie ca. 6’000 Arbeiten auf Papier. Aufgrund der Geschichte des Sammlers Oskar Reinhart und aufgrund bisheriger Recherchen darf die Stiftung Oskar Reinhart, Winterthur, davon ausgehen, dass es sich bei dem nun übergebenen Blatt von Adolph Menzel um einen Einzelfall handelt. Das „Mosse Art Restitution Project“ dankt der Stiftung Oskar Reinhart, dass sie an die Mosse Erben gelangt ist und diesen das Werk restituiert hat. Informationen zum „Mosse Art Restitution Project“ finden sich unter www.mosseartproject.com

Vollständige Pressemitteilung

Artikel im Landbote

 
SRF Radiobeitrag

Eine der vier besten Hodler Sammlungen der Schweiz

Ferdinand Hodler Ausstellung im Oskar Reinhart
mgm. Museum Oskar Reinhart bald in sicherem Hafen. Landbote 11.06.2015

 

Kombiniert mit dem Bestand des Kunstmuseums zeigt das Museum Oskar Reinhart, rechtzeitig zum 130. Geburtstag von Oskar Reinhart, einen neu eingerichteten Saal mit den Werken von Ferdinand Hodler. Das neue Hängekonzept öffnet ganz neue künstlerische Möglichkeiten und Perspektiven für das Museum und für Dr. Marc Fehlmann.

 

modernes museum
Helmut Dworschak. Ein Schritt vom Mausoleum zu einem modernen Museum. Landbote 11.06.2015

Aber nicht nur das neue Hängekonzept, auch das Engagement unseres Vereins trägt erste Früchte. Das Museum wird von der Stadt als Juwel erkannt und die Briner und Kern Sammlung wird nun im Erdgeschoss integriert. Dies eröffnet so weitere Möglichkeiten, Ideen und Visionen rund um das Museum umzusetzen.

Confrontation – Alles kann zur Zeichnung werden

Alles kann zur Zeichnung werden Landbote 09 Mai 2015 Angelika Maas
Alles kann zur Zeichnung werden – Angelika Maas

Gestern Abend wurde im Museum Oskar Reinhart die Ausstellung CONFRONTATION Schweizer Zeichnungen von Liotard bis Noureldin und CH-Variationen. Neuere Schweizer Zeichnungen im Kunstmuseum eröffnet. Die Schau im Museum Oskar Reinhart dauert bis am 06. September.

[…] Zwei Ausstellungen, ein grosses Thema: Das Museum Oskar Reinhart zeigt «Confrontation. Schweizer Zeichnungen von Liotard bis Noureldin», und das Kunstmuseum präsentiert «CH-Variationen. Neuere Schweizer Zeichnungen». Am Ende steht man da, ganz heiter und beschwingt, obwohl nicht alles heiter und beschwingt ist, was man in den beiden Ausstellungen zu sehen bekommt. Aber diese Vielfalt an Ausdrucksformen lässt niemanden unberührt – eine Erfahrung von Freiheit zwischen atmender Bewegung und fesselnder Konzentration. […] Die beiden Ausstellungen laden ein, die Vielfältigkeit und die bis heute anhaltende künstlerische Relevanz der Gattung Zeichnung neu zu erkennen. […]

(erschienen im Landbote vom 09.05.2015. Angelika Maass)

Stiftung Oskar Reinhart: Änderung der Statuten gutgeheissen

Stiftung Oskar Reinhart Änderung Statuten
Stiftung Oskar Reinhart Änderung der Statuten gutgeheissen

Der Vorstand der Freunde des Museums Oskar Reinhart nimmt voller Erleichterung zur Kenntnis, dass die eidgenössische Stiftungsaufsicht die Statutenänderung der von Oskar Reinhart 1940 gegründeten Stiftung gutgeheissen hat.
Die neuen Richtlinien zur Hängung der Werke ermöglichen einen modernen Museumsbetrieb. Die Erhaltung des Bildbestandes der Stiftung Oskar Reinhart ist weiterhin gewährt.
Der Vorstand der Freunde des Museums Oskar Reinhart ist zuversichtlich, dass Dr. Marc Fehlmann behutsam und respektvoll mit Oskar Reinharts Vermächtnis umgehen wird. Die Liberalisierung der Hängevorgaben erleichtert einen zeitgemässen, lebendigen Umgang mit dem Sammlungsbestand.
Die modifizierten Statuten garantieren weiterhin, dass der Wille des Stifters respektiert wird: Die Erhaltung der Sammlung in ihrer Gesamtheit und die Zugänglichkeit für eine breite Öffentlichkeit.

Freunde des Museums Oskar Reinhart
Der Vorstand

Stiftung Oskar Reinhart Stiftungsurkunde


 

neue freiheit oskar reinhart landbote
dwo „Neue Freiheit Oskar Reinhart“ Landbote 31. März

Am 31. März ist von dwo im Landboten unter dem Titel Neue Freiheit für Oskar Reinhart ein Artikel erschienen, der das Thema aufgreift und erklärt. Museumsdirektor Marc Fehlmann verspricht hier unter anderem mit den neuen Freiheiten subtil umgehen zu wollen, ohne den Charakter der Sammlung zu zerstören.

Barthelemy Menn (1815–1893)

Die Ausstellung BARTHÉLEMY MENN (1815–1893) wurde am 06. März in einem feierlichen Rahmen eröffnet und ist bis am 30. August 2015 im Museum Oskar Reinhart zu besichtigen.


 

barthelemy menn nzz 2015 In einem Busch sehe ich alles
2. April Maria Becker NZZ „In einem Busch sehe ich alles“

 

Am 2. April ist von Maria Becker in der NZZ unter dem Titel des Menn Zitates In einem Busch sehe ich alles ein weiterer Artikel über die Ausstellung erschienen.

 


 

Ein vergessener Maler wird wiederentdeckt und rehabilitiert. In der Kunst des 19. Jahrhunderts spielte er eine Nebenrolle; die aber war einen Oskar wert.
(…) Marc Fehlmann, Direktor des Museums Oskar Reinhart, (hat) für das in Winterthur sehr prominent vorhandene Werk des Genfers im Haus am Stadtgarten drei Räume frei gemacht, in denen er die Wände in einem weichen Bordeaux-Ton streichen liess. Es ist dies die bis zum Anfang des 20. Jahrhunderts gängige Farbe musealer Bilderwände. Sie bringt koloristische Feinheiten der Grün-Blau-Braun-Grau-Palette, wie Menn sie zu bieten hat, wunderbar zur Geltung.

Am 31. Dezember erscheint von Urs Meier vom journal21 ein sehr interessanter Artikel über die Ausstellung.


 

Barthelemy Menn Sehnsucht und Geborgenheit
Landbote am 07.03.2015 von Angelika Maass

 

Zwischen Sehnsucht und Geborgenheit – Barthélemy Menn, «Entdecker» von Hodler, herausragender Lehrer und Vermittler, hat in Frankreich gelernt und wurde ein Meister der Paysage intime.
Eine Geburtstagsschau im Museum Oskar Reinhart. […]

(Artikel erschienen im Landbote am 07.03.2015 von Angelika Maass)


 

Le Bilan Barthélémy Menn Etienne Dumont
Etienne Dumont Le Bilan Barthélémy Menn le 5 mars

 

Barthélémy Menn est né en 1815. Il y a donc anniversaire. On pouvait s’imaginer que le Musée d’art et d’histoire marque le coup. Eh bien non! C’est le Museum Oskar Reinhart de Winterthour, dont je vous ai récemment parlé, qui s’attelle à ce devoir de mémoire. Il présentera du 7 mars au 30 août des pièces tirées de son propre fonds. Le musée possède en effet, grâce à son créateur Oskar Reinhart (1885-1965), le plus important ensemble de Menn après Genève.

(L’article de Etienne Dumont a paru dans le Bilan le 5 mars)